Melissa

So, hier stelle ich alle Kapitel von der Geschichte „Melissa“ rein, damit ihr nicht stundenlang im Blogarchiv suchen müsst. :mrgreen: Ich Werde immer wenn ich ein Kapitel veröffentlicht habe, es hier reinstellen, damit ihr es aneinander lesen könnt! 😀 Ich wünsche euch viel Spass! 😆

Steckbrief

Haarfarbe: Hellbraun mit weissen Stirnfransen

Alter: 7einhalb

Lieblingsessen: Zuckerstückchen, Mais

Hobbys: Ausreiten, naschen

Das mag ich: Meine Hobbys, Erdbeerengeruch, Amanda

Das mag ich gar nicht: Diäten, Regen, Gewitter, Schimmelkäse

Lieblingsfarbe: Purpurrot mit einem Hauch von Violett

Lieblingszahl: 1468 (die Anzahl meiner Fransen)

Rasse: Haflinger

Hufgrösse: 22 

Versorgerin: Mein liebes Menschenmädchen Amanda

Kapitel 1

Hach, ist heute ein schöner Tag! Die Sonne scheint, Ich stehe mit den anderen Pferden auf der Wiese, Gleich ist Mitagsessen, Sancho ist beim Hufschmied: Alles ist perfekt! 8-) Doch zunächst einmal: Ich heisse Melissa und lebe hier in der Schweiz in einem wunderschönen Stall. Falls ihr es noch nicht bemerkt habt; ich bin ein Pferd, ein Haflinger besser gesagt, und liebe Zuckerstückchen. Alles Klar? 

„Melissa, Mittagessen!“, ruft Amanda, meine liebes Menschenmädchen, das mich gekauft hat. „Hier hast du etwas zu Mittagessen. Ich habe auch noch etwas Zucker gebracht, das magst du doch so!“ .  Ach, Amanda ist einfach super!  Schade, das ich nicht bei ihrem Haus wohne in ihrem Garten, sondern in diesem Pferdestall, bei dem sie mich immer besuchen kommt.

Ach, eigentlich mag ich Stroh nicht, aber ich esse aus Anstand immer ein bisschen. Aber Hauptsächlich ernähre ich mich von Zucker und Karotten.   „Ach, du hast so eine Traum-Versorgerin!“, schwärmt Lisa, ein anderes Pferd, die mir gegenüber steht. Wir Pferde nennen die Menschenskinder die auf uns aufpassen Versorgerinnen. In dem Moment kommt Sancho. Er trabt grossspurig auf die Wiese und frisst mit wichtiger Miene sein Futter. Auch wenn er nur mal kurz beim Hufschmied war, er hält sich gleich für eine V.I.P-Person, obwohl wir ja kurze Zeit später auch hinmüssen! Naja, Der Tag hat so schön begonnen, da will ich mich  über einen Hengst wie Sancho nicht aufregen.

Nach dem fressen, also kurz vor dem Ausritt, werde ich von Amanda gestriegelt und gebürstet. Hach, das ist so entspannend, das einzige was noch fehlt sind Gurken auf den Augen und ein Whirlpool!  Doch schon kurze Zeit später werde ich gesattelt, und wir reiten los. Zuerst reiten wir zu dem Baum, bei dem wir jedes mal vorbeikommen. Wie immer gibt mir Amanda hier ein Zuckerstückchen, die ich so gerne mag. Wieso genau hier? Nun ja, eines Tages, als wir mal hier spazierten, (Da war ich gerade mal ein halbes Jahr alt) kam eine Katze und sträubte ihr Fell. Sie fauchte mich an und schürfte mein Knöchel mit ihrem gekratze auf. Eigentlich mag ich ja die eine oder andere Katze, aber vor der habe ich immer noch Angst. Sie liegt Heute noch hie und da  unter dem Baum und schläft. Amanda gab mir danach immer ein Zuckerstückchen oder eine andere Leckerei, damit sollte ich es hier für nicht mehr so schlimm halten, und siehe da: Es hat funktioniert! Amanda weiss das natürlich nicht und gibt mir immer noch etwas Zucker, aber das macht mir eigentlich nichts aus  ! Diese Katze heisst, soviel ich weiss, Nero, obwohl sie weiss ist; Nicht mal eine vernünftigen Namen hat sie!    Naja, zurück zu der Geschichte: Als  ich mein Zucker herunter geschlungen habe, hüpft Amanda mir wieder auf den Rücken. Ach, sie hat wieder mal ihre tollen Hosen angezogen, die so herrlich nach Erdbeeren duften…! Amanda hat Zuhause einen riiieeesigen Garten mit allem drum und dran, und besonders viele Erdbeeren wachsen dort, deshalb riecht eine ihrer Hosen immer nach Erdbeeren. Sie hilft viel bei der Ernte, müsst ihr wissen. Dann gehen wir wieder zurück. Am Abend, als wir wieder zurück sind, esse ich noch etwas  Mais und trinke Wasser. Dann kommt nochmal Michael, unser Stallhüter, mit Amanda zu meiner Stallbox. Sie machen ein ernstes Gesicht, also kommt bestimmt nichts gutes!  „Amanda, es ist wirklich wichtig das sie gutes Essen bekommt, und nicht zu dick wird.“, sagt Michael mit einem Blick zu mir. Wie bitte? Was schwafelt der denn da? Ich bekomme das beste Fressen das man sich nur vorstellen kann! Amanda ist bestimmt meiner Meinung! „Ja, sie haben Recht, Michael. Ich sollte ihr nicht mehr so viele Zuckerstücke geben, und mehr Gemüse, wie Äpfel und so weiter.“ , antwortet Amanda. Was? Die findet doch wohl nicht das dieser Michael Recht hat!    Es geht mir doch gut! Es ging mir noch nie besser!   „Ich vertraue dir, und überlasse es dir, wie du dein Pferd ernährst, doch es kommt nicht gut, wenn es so weitergeht.“ , sagt Michael, und geht. „Also, Melissa“, beginnt Amanda zuckersüss.  „Ab Heute wirst du etwas mehr Karotten, Kartoffeln,  Birnen und Äpfel als Fressen bekommen. Nur so bleibst du richtig gesund.“  Ich liege jetzt auf mein Stroh, und versuche zu schlafen. Amanda ist bereits gegangen, doch ich weiss nicht was ich jetzt tun soll! Sancho neben mir,  wiehert amüsiert.  „Tja, scheint mir du hast etwas zugenommen! Haha, das ist so witzig!“ . Tja, jetzt wisst ihr was Sancho für eine Art von Pferd ist. Ich ignoriere seine Bemerkung und leg mich schlafen. Draussen ist es zwar noch hell, aber ich habe sowieso nichts besseres zu tun.  Dabei hat der Tag doch sooo schön begonnen! Ich habe eigentlich wirklich gedacht, das das nur schön werden KANN! Das erinnert mich an meine Mutter. „Kind“, hat sie immer gesagt „Wenn du nichts erwartest, wirst du nicht enttäuscht!“ Ach, wie Recht sie doch hat! Dann kommt noch die doofe Diät dazu! Ich wünschte, Sancho wäre ein kleiner, verschrumpelter Apfel, der von niemandem gefressen werden will, und im Laufe der Wochen verschimmelt.   Hach, das ist ein wundervoller Gedanke! Damit schlafe ich nun endgültig ein, mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. 😆

2.Kapitel

Am nächsten Morgen werde ich von dem ekligen Geruch einer etwas aufgeweichten Ananas geweckt. Bittebittebitte, lass das Sanchos Futter sein! Och nee, Amanda steht vor meiner Box und hält das Ananasstückchen hin.  Also, ich weigere mich, dieses eklige Ding zu frühstücken! „Komm schon, Melissa, es tut dir gut! Du wirst es brauchen!“ Also, ich werde es höchstens brauchen, wenn ich mich vergiften lassen will „Na gut! Dann eben nicht. Aber Zucker wirst du trotzdem nur noch dreimal die Woche kriegen!“.  Ach, die Welt kann so grauenhaft sein! „Wir werden jetzt übrigens noch ne‘ Runde ausreiten!“, tröstet mich Amanda und holt den Sattel. Tja, als ob das alles ändern würde! Ich  Darf aber nicht immer so negativ denken, denn es ändert sich eh nichts, ob ich es toll oder blöd finde! Amanda ist inzwischen mit dem Sattel zurückgekommen und schnallt ihn mir an. „So, wir werden heute in einer etwas anderen Gegend ausreiten gehen, Melissa.“, sagt Amanda und schwingt sich wahrhaftig auf meinen Rücken. Naja, ich finde, ne andere Gegend ist bestimmt mal was anderes.  Die neue Landschaft bringt mich sicher auf andere Gedanken! 🙂 Ich trabe in einem eleganten Tempo aus dem Stall und Amanda lenkt mich sozusagen. Natürlich kann man mich nicht steuern, aber mit dem Zaumzeug in der Hand, zieht Amanda immer in die Richtung, in die ich traben soll. Aber das wisst ihr vielleicht schon! Naja, SO  ne‘ andere Umgebung ist es hier gar nicht. Es hat auch Bäume, Wiese, Sträucher, ab und zu mal eine Strasse, und ein Park. Nur die Katze ist nicht da, aber Amanda hätte mir bestimmt auch sonst kein Zucker mehr gegeben. Also kommt es nicht mehr so drauf an.  Das einzige das anders ist, ist das es einen riesigen See hat,  bestimmt ist es ein Meer! Hmm, ob die Schweiz überhaupt ein Meer hat? Naja, egal, jedenfalls ist dieses Meer, oder was das auch immer ist, wunderschön! Es hat viele Bretter im Wasser, auf denen Menschen  stehen, mit einem riesigem Tuch obendran.  Ich hab mal gehört, das man das sageln oder so ähnlich nennt! Noch etwas weiter, steigt Amanda von mir runter und geht in einen kleinen Kiosk, der  gleich nebenan ist. Doch was sehe ich da? Einen kleinen Vogel, der auf dem Gehweg steht. Denke ich zumindest zuerst, doch als ich jetzt gerade näher hinschaue und sogar zu ihm hinlaufe, sehe ich, das der arme kleine Kerl da in einem glibbrigen, klebrigen, rosarotem Zeug steckt, und er kommt nicht mehr heraus! Ich habe schon ein paarmal Menschen gesehen, die dieses rosarote Zeug im Mund kauten. Und jetzt hat es einer ausgespuckt! Igitt, wenn man bedenkt, dass das Vögelchen jetzt in der Spuckpfütze eines Menschen feststeckt, muss ich mich fast übergeben! Doch das ist jetzt eigentlich nicht so wichtig: Ich muss dem Kerlchen heraushelfen, und zwar schnell! „Guten Tag!“, wiehere ich ganz vorsichtig. Ich bin mir nicht sicher ob Vögel Pferde verstehen. Aber das tun sie scheinbar auch nicht, denn das Vögelchen schaut mich total erschrocken an. Naja, ein Versuch war‘s Wert!  Ich stupfe das Vögelchen ganz leicht mit den Nüstern an. Vielleicht merkt es dann, dass ich ihm helfen will! Das Vögelchen schaut mich zuerst nur verdutzt an, doch dann scheint es zu begreifen.  Es zwitschert noch etwas lauter, als ob es mich zum helfen animieren will, wie die lästigen Animateuren in einem Hotel zum  tanzen, oder sowas. Ich bringe diesen Vogel nie hier raus, ich brauche einen Gegenstand! Ich schaue in der Stadt umher.   Da! Hier auf dem Boden  neben dem Kiosk liegt ein brauner Zweig. Das ist genau das richtige  „Werkzeug“ .  Ich trabe zu dem Vögelchen hin. Es schaut mich mit grossen Augen dankbar an. Klar, Vögel haben keine grossen Augen,  doch für einen Vogel waren die Augen wirklich etwas überdimensional! Ich schaue umher, ob auch wirklich keine leute hier sind. Gut, keiner da. Es wäre auch wirklich etwas komisch, wenn man ein Pferd sieht, das mit einem winzigen Zweigchen versucht einen Vogel von einem Schmatzgummi, oder wie das Ding auch heisst, zu befreien! Naja, das ist jetzt ja eigentlich unwichtig! Ich versuche mit dem Zweig im Mund, dieses rosa Glibberding unter den Füsschen des Vogels zu lösen. Am Anfang zeigt sich noch kein Ergebnis.    Das Vögelchen  weiss das scheinbar, und hilft nach ca. 3 minuten mit dem Schnabel. Da, endlich, löst sich etwas! Der Schmatzgummi klebt nur noch an einem klitzekleinen Faden. Geschafft! Auch das letzte Teil ist nun weg, und das Vögelchen ist frei. Ich weiss, es ist vielleicht nicht so spannend zu hören, wie jemand einen Vogel aus einem Schmatzgummi befreit,  aber bis Amanda wieder kommt,  passiert eben im Moment gerade nichts anderes! Trotzdem hoffe ich, dass ihr mir trotzdem noch in den restlichen  Seiten zuhört. „Dankeschön! Das war sehr lieb und klug von dir, das du mich befreit hast! Sonst wäre ich vielleicht vertrampelt oder überfahren worden. Naja, trozdem, Vielen Dank! Ich bin mir sicher, dass nicht jedes Pferd einen kleinen Vogel wie mich, aus einem Kaugummi zu befreien!“ Ach SO, jetzt weiss ich wieder wie das rosarote Ding in echt heisst; Kaugummi! Aber ich muss sagen, mit Schmatzgummi war ich gar nicht  so weit weg von dem echten Namen entfernt!Es ist fast unglaublich, wie sooo ein kleiner Vogel sooo dankbar sein kann! In diesem Moment kommt Amanda vom Kiosk.  „So, diese Gummibärchen sind für dich, Meli! Oh, diese Diät hätte ich ja fast vergessen! Tut mir leid, du bekommst die wohl ein andermal!“ , sagt Amanda, und schwingt sich auf meinen Rücken. Schade, ich hatte mich so auf etwas süsses gefreut!

Kapitel 3

Als wir beim Stall angekommen sind und ich in meiner Stallbox döse, höre ich Michael hereinkommen. Oh ja, hoffentlich verkündet er, das meine Diät aus und vorüber ist! Doch erinnert ihr euch noch, dass am Anfang Sancho beim Hufschmied war? Und das ich gesagt habe, das er sich gleich wie eine VIP-Person benimmt, obwohl wir später auch dahin müssen? Tja, genau jetzt müssen wir dahin! Ich werde von Michael zu dem Hufschmied geführt, und auf dem Weg begegne ich Sancho. Muss das sein? „Na, gehst etwas in den Ausgang, was? Aber pass bloss auf. Die haben da einen neuen Schmied, und der bohrt mit einem spitzigen Bohrer in deine Hufe! Also ich würde da nicht mehr freiwillig hingehen!“ Ich habe ja gehört, dass Michael einen neuen Hufschmied eingestellt hat, da der alte pensioniert wurde. Der war so nett, ich hoffe der neue ist genauso lieb und einfühlsam! Sancho kann ich ja kaum glauben. Der will mir bestimmt nur Angst machen! Als wir bei der Werkstatt angekommen sind, bin ich mir nicht sicher, ob Sancho wohl doch Recht hatte: Überall an der Wand hängen Bilder von Cowboys, die Bullen mit Lassos einfangen, und danach töten! Das ist ja grauenhaft! Wie kann man das nur aufhängen? Ich mache vorsichtig einen Schritt nach vorne, und dann sehe ich den Schmied: Er hat auf der Stirne eine dicke Narbe, und stechende blaue Augen. Das kann ja nur ein krimineller sein! Und das schlimmste kommt noch: Es hat noch so einen Holzkasten im Raum, der voller Bohrer, Schrauben und so lauter Zeugs ist! Will der mich umbringen? Vielleicht sind das aber auch nur Werkzeuge, um Die Scheune zu reparieren, Schliesslich ist das hier ja eine Werkstatt! Aber trotzdem, könnte es auch eine Falle sein! Das Risiko gehe ich nicht ein. So rase ich an dem Kriminellen Typ vorbei, und ziehe Michael gleich mit. Ich will ja auch nicht, das ihm etwas zustösst, Obwohl ich diese Diät ihm zu verdanken habe. Ich bin eben kein nachtragendes Pferd, wie Sancho. Ein Beispiel: An einem ekelhaften Tag, wollte Sancho‘s Versorger mit ihm ausreiten gehen, und Sancho wollte nicht. Sein Versorger hat ihn aber gezwungen, und einen Tag später, als der Versorger wieder reiten wollte, hat er ihn getreten! Also, das würde ich meiner Amanda NIE antun, nicht einmal Michael! Also, weiter im Text: Ich galoppiere so schnell ich kann nach Norden. Mir ist es eigentlich völlig egal, wohin ich galoppiere, einfach nur weg von diesem Hufschmied! Michael hat sich schnell von mir gelöst. Pah, selber schuld, wenn er von diesem Schmied Schikaniert wird! Michael ruft mir noch, und rennt mir ein bisschen nach, doch schon bin ich verschwunden. Mit der Zeit, verändert sich die Umgebung gewaltig! Schon nach etwa einer halben Stunde Galoppieren, wird es immer kühler, und ich kenne mich mit jedem Meter weniger aus! Oh weh, war es vielleicht ein Fehler, von dem Schmied wegzurennen? Ich bin mir ja nicht einmal Hundert Prozent sicher, ob er so schrecklich ist! Da beschliesse ich, wieder zurückzurennen, Schmied hin oder her! Ich war mir ja nicht einmal sicher, ob der Schmied ÜBERHAUPT gefährlich ist. Ich renne einfach den Weg zurück, und alles scheint eigentlich perfekt zu laufen, bis ich an eine Kreuzung komme. Ich habe doch keine Ahnung von wo ich gekommen bin! Der rechte Weg sieht eher nach Bauernhof- Landschaft aus. Der linke dagegen führt bestimmt zu einer Grossstadt. Was soll ich jetzt tun? Ich glaube eigentlich eher, dass ich von einer saftig grünen Wiese gekommen bin, also gehe ich nach rechts. Nach einer Viertelstunde wird es schon langsam dunkel. Ob Amanda weiss, dass ich weggerannt bin? Ich hoffe, sie macht sich keine Sorgen um mich. Da, Plötzlich, sehe ich eine kleine Gestalt hinter einer Tanne hüpfen. Was ist das? Moment mal: ist das nicht der kleine Vogel, den ich kürzlich aus dem Kaugummi befreit habe? Ja, das könnte durchaus sein! Aber irgendwie doch nicht: Es könnte jeder Vogel sein, und ausserdem habe ich ihn nicht hier befreit! Doch da hüpft dieses Vögelchen auf mich zu: „Hey, bist du nicht das nette Pferd das mich von dem Kaugummi befreit hat?“ Da haben wir‘s: es IST das Vögelchen von Heute! „Warum bist du jetzt plötzlich hier? Heute Morgen warst du doch beim Zürichsee, und nicht hier!“. Und so erzähle ich diesem kleinen Geschöpf die ganze Geschichte, wie ich hierhergekommen bin. „Naja, du bist jetzt ganz schön weit weg von deinem Stall! Aber weisst du was? Ich kenne den Weg von hier zu deinem Stall: ich lebe schon seit Jahren hier. Komm mit!“ , sagt das Vögelchen und trippelt den Weg entlang. Es ist schon irgendwie rührend, wenn ein so winziges Vögelchen einem mächtigen warmblut-Haflinger den Weg zeigt! Ok, ich habe etwas übertrieben, aber das ist schon etwas ungewöhnlich! Ich empfinde meine Lage momentan als aussichtslos: ich werde Amanda und die anderen bestimmt nie wieder sehen! Hach, wenn ich doch nicht von diesem Schmied weggerannt wäre…! Doch je länger wir unterwegs sind, desto mehr kommt mir die Landschaft bekannt vor! Hab ich das kleine Kerlchen wohl unterschätzt? „So, da sind wir!“ , piepst das Vögelchen nach einer Dreiviertelstunde. Und tatsächlich: Da ist der Stall! Ich kann es gar nicht fassen: der STALL! „VielenVielenVielen Dank!“, wiehere ich glücklich. „Wie heisst du eigentlich?“ „Naja, ich werde oft Lindy genannt; aber ursprünglich heisse ich Linda!“. „Ok, vielen Dank, Lindy!“, wiehere ich dankbar. „Weisst du was? Du kannst doch in meiner Stallbox übernachten! Es ist doch unnötig, wenn du jetzt noch im dunkeln nach Hause trippelst. Ausserdem beginnt es langsam zu regnen.“, fällt mir ein. Das stimmt wirklich: Ich habe gerade einen Tropfen auf meiner Nase gespürt. „Oh, Naja, Ich würde gerne dein Gast sein. Das wäre furchtbar nett!“ So laufen wir also zum Stall. Und in diesem Moment, als ich Lindy in das trockene hüpfen sehe, habe ich das Gefühl, das ich einen wunderbaren Freund bekommen habe.

4. Kapitel

Kaum sind wir an meiner Box angekommen,  sehe ich auch schon Amanda mit ihrem Handy in der Hand vor dem Stall sehen. „Melissa! Du bist zurück. Wir haben schon überall nach dir gesucht! Fast hätte ich jetzt die Polizei gerufen .“, ruft sie aufgeregt, und umarmt mich so fest, dass meine Augäpfel fast aus dem Kopf quillen! Also, ich freue mich ja auch, wieder hier zu sein, aber ist das nicht ein bisschen zufiel des guten? Ich meine, es ist mir ja nichts passiert. Trotzdem ist es natürlich rührend, wie sich ein Menschenmädchen so um ein Pferd sorgt…! „Michael! Komm schnell. Melissa ist wieder hier!“, ruft sie nun auch zu Michaels Büro. „Wirklich? Das ist ja grossartig! Ich komme gleich.“ , klingt es nun auch schon gedämpft aus der Türe.   Schon nach ein paar Sekunden kommt auch Michael. „Oh, Gott sei Dank! Ich bin noch ganz erschöpft, denn ich bin dir noch etwa zehn Minuten nachgerannt. Was ist denn passiert?“, durchlöchert mich nun auch schon Michael. „Ist doch egal! Hauptsache ist doch, dass es Melissa gut geht, nicht wahr?“, fährt Amanda Michael an. „Du hast ja Recht. Wow, Melissa, du hast übrigens extrem abgenommen. Was hast du denn alles in diesen zwei Stunden getan? Ein Fitnessstudio eröffnet?“ , fragt mich Michael bewundernd. Von was bitte schön spricht Michael da? Ich bin doch immer noch das kleine, pummelige Pferd, wie ich es schon immer war. „Ja, Michael. Du hast Recht. Sie sieht plötzlich so…dünn aus!“, kommentiert Amanda nun Michaels Frage.  „Weisst du was? Ich denke, das Melissa diese doofe Diät nicht mehr nötig hat. Sie sieht doch jetzt fit wie ein Turnschuh aus, oder etwa nicht?“ Was? Wie ist das möglich??? Aha, jetzt geht mir ein Lichtlein auf: Ich bin im ganzen etwa zwei Stunden gerannt,  und habe dadurch meine Diät beendet! Hach, ich bin ja so glücklich! „Amanda, du hast vollkommen Recht. Ich werde hiermit die offizielle Diät abbrechen!“, sagt Michael theatralisch. Da Amanda lacht,  wiehere ich fröhlich mit, und auch von Lindy  sind ein paar kleine Piepser zu hören. Am Abend liege ich in meiner Stallbox, zusammen mit Lindy.  Aber deswegen schlafen wir noch lange nicht: Wir quatschen noch eine Weile und erzählen uns Geschichten wie zwei kleine Mädchen bei einer Pyjama-Party. So fühlt es sich also an, einen Freund zu haben. Nicht, das ich noch nie einen Freund hatte, aber trotzdem habe ich das Gefühl, das es eine etwas grössere Freundschaft mit Lindy  wird, als ich bisher je hatte. Am nächsten Morgen werde ich diesmal nicht von einer Ananas geweckt, sondern von einem saftigen Marzipanschwein. Hach, das Leben kann so himmlisch sein! „Aufstehen, Melissa! Dieses Marzipanschweinchen, bekommst du nur, weil  Heute dein erster Tag als Nicht-Diät-Pferd ist. Aber lass es dir schmecken! Ausserdem werden wir heute zusammen ausreiten. Warte kurz, ich hole deinen Sattel.“ Kaum ist Amanda verschwunden, teile ich mein Glücksschweinchen mit Lindy. Als Amanda zurückkommt, mit dem Sattel in der Hand, ruft sie aufgeregt zu mir: „Melissa! Ich habe gerade Michael getroffen, und er war sehr aufgeregt. Er hat mir gesagt, das du und ich zusammen an dem berühmten Junioren-Meisterschaft in Kentucky teilnehmen dürfen, da du jetzt wieder fitter bist, und wir wirklich ein tolles Team sind. Stell dir das mal vor, Meli: wenn wir einen Pokal bekommen würden. Das wäre ja echt toll!“ Was? Ein Wettkampf? In Kentucky? Das ist ja cool! Ich wollte schon immer mal nach Kentucky, auch wenn ich eigentlich gar keine Ahnung habe, wie es dort so aussieht…! Naja, auf jeden Fall freie ich mich. Es war schon immer Amandas Wunsch, einen Pokal für uns zwei zu gewinnen, und jetzt ist die grosse Chance gekommen! „Michael hat mir gesagt, das wir in zwei Wochen dorthin fliegen. Weisst du, Kentucky ist in Nordamerika. Das ist so weit weg, das nur sie besten Reiter dorthingehen dürfen.  Wenn wir dann in Amerika angekommen sind,  haben wir nochmals drei Wochen Zeit, um zu üben. Was haltest du von dieser Idee?“ Was ich von dieser Idee Halte? Ich finde dass eine grossartige Idee! Dieser Pokal ist Amanda bestimmt wichtig, also werde ich mir eine so grosse Mühe geben, wie bestimmt kein anderes Pferd.  Amanda wird sich bestimmt freuen, wenn wir mit dem Pokal nach Hause kommen! Und auch ich hätte nichts dagegen, wenn ich etwas Respekt gegenüber Sancho gewinne…! „Ach, übrigens,  Mandy wird auch teilnehmen, zusammen mit Sancho.“, zerstört Amanda meinen Traum. Hach, so schnell kann Hoffnung zugrunde gehen!  Ich muss unbedingt verhindern das Sancho das Rennen gewinnt! Aber wie mache ich das bloss…  „Ok,  wir werden Morgen noch etwas trainieren, aber zuerst reiten wir jetzt ein bisschen aus. Gesagt, getan.  Amanda sattelt mich, und ich trabe schon los. Es ist nun wieder die übliche Gegend, also die, mit Nero der Katze.  Wie immer gibt Amanda mir da ein Zuckerstückchen; wenn man lange keine bekommen hat, sind die ersten die besten! Nach einer Weile reiten wir wieder zurück. Ich bin schon ganz auf Morgen aufgeregt, denn ich will schliesslich gegen Sancho gewinnen. Er soll ja auch Morgen trainieren, zur gleichen Zeit wie ich…! Oh Nein! „Ach, alles halb so schlimm. Du gewinnst bestimmt: du bist Gestern ja auch ohne Probleme nach Hause gerannt.“ ,  tröstet mich Lindy.„Ja, schon, aber das heisst noch lange nicht, das ich auch gewinnen werde: erstens geht es um springen, glaube ich jedenfalls, zweitens selbst WENN ich gegen Sancho gewinnen würde, müsste ich noch gegen die anderen Pferde antreten!“, entmutige ich mich blöderweise wieder. In diesem Moment gibt es schon Abendessen. Für alle gibt es wie immer Heu, Stroh und etwas Gemüse. Doch für Sancho und mich gibt Michael noch extra Powerriegel. Das sind keine, die die Menschen essen, das sind spezielle für Pferde. Ich mag die sehr, dann ist man am Morgen immer so kribbelig und aufgedreht! „Hier, für euch, damit ihr Morgen beim Training fit wie ein Turnschuh seid!“, sagte Michael, während er uns die Riegel verteilte. Die Menschen kennen schon komische Redewendungen: Fit wie ein Turnschuh – Also bitte!

5. Kapitel

Am nächsten Morgen bin ich ganz hibbelig, da ich am Abend zuvor diese Powerriegel gegessen habe. Oh Mann, ich liiiieeeeeebe diese Riegel!  Noch während ich Lindy von diesen Riegeln vorschwärme, kommt Michael vor meine Box. „Na, fühlst du dich Fit für das erste Training? Heute in ein paar Stunden wirst du zusammen mit Amanda und Sancho trainieren.“ Und: Schupps! Ist meine gute  Laune verflogen! Wie kann ich das nur mitteilen, dass ich nicht mit Sancho trainieren will? Amanda versteht mich sowieso nicht. Also, eigentlich ja schon, aber nicht auf die Art die ich meine. Bis zum Training habe ich noch Zwei Stunden, wenn ich Michael richtig verstanden habe.  So widme ich mich wieder Amanda  zu, die mir gerade die Hufe reinigt. Hach, Amanda macht das so schön vorsichtig wie kein anderes Mädchen! „Moment mal , wer ist überhaupt Sancho? Ich kenne den Typen doch gar nicht mal. Was denkst du, sollte ich ihn Kennenlernen?“ , fragt zu grossem Überfluss Lindy, die auf dem Holzbalken neben mir steht. „Also Bitte! Ich dachte du hast noch alle Tassen im Schrank! NIEMAND lernt Sancho freiwillig kennen, das kannst du vergessen. Sancho ist der gemeinste, eingebildeste Lackaffe, den ich je gesehen habe! Und auch nur wegen ihm habe ich mich zu dir verlaufen.“, wiehere ich empört zurück. „Aber eigentlich war das ja gut, denn erstens hast du jetzt keine Diät mehr, und zweitens sind wir jetzt ja Freunde geworden. Oder was meinst du?“, zwitschert Lindy nachdenklich. Naja, eigentlich hat sie ja Recht, aber Pustekuchen: „Meinst du etwa, der hat das extra gemacht? Der kann doch nicht wissen, was er nun bewirkt hat, dieser Idiot!“, gebe ich schnaubend zurück. „Ja, vermutlich hast du Recht!“,  antwortet Lindy. Genau in diesem Moment kommt Sancho angetrabt. Tja, wie sagt man so schön: Wenn man vom Teufel spricht… „Na, du Ausbrecherin? Hast du dir schon einen neuen Fluchtplan überlegt? Den wirst du wohl sowieso brauchen müssen, wenn ich dich bei dem Turnier fertigmache, wie ein Elefant eine Ameise!“ , ruft Sancho mir hämisch zu. „Ok, ich hab’s kapiert: Du bist nur Eifersüchtig, weil du erstens nicht so eine nette Versorgerin hast, und ich das Turnier sowieso gewinnen werde.“, gebe ich barsch zurück. Pah, ist doch wahr; der soll ja nicht glauben, dass ich mich mit so lahmen Sprüchen geschlagen gebe. „Pfah, deinen Mut möchte ich haben. Naja, man sieht sich: Ich trainiere schon mal ein bisschen, während du hier Faul herumstehst“, gibt er zurück. „Oke, ich habe schon verstanden: Ich will Sancho gar nicht mehr genauer kennenlernen: das hat gereicht!“, stöhnt Lindy genervt. Nach Zwei Stunden, Nach meinem Mittagessen,  führt mich Michael auch schon zur Koppel. In unserem Reitstall hat es eine riiieeeesige Weide. Das mag ich so, an unserem Hof!  Dort angekommen, müssen Sancho und ich noch ein paar Minuten warten, da Michael, und noch zwei andere starke Helfer, die Hürden aufbauen. Amanda ist auch noch hinzugekommen, und hilft (lieb wie sie ist) so viel wie es geht, mit. Mandy dagegen (Sancho’s Versorgerin) steht einfach blöd da, und schaut mich skeptisch an. Ich kenne Mandy zwar nicht, aber nach ihrem Blick zu beurteilen scheint sie nicht gerade ein Hauptgewinn für Sancho zu sein…! „Sag mal, DAS ist dein Pferd?“, fragt sie Amanda misstrauisch. „Ja, was dagegen?“, gibt Amanda scharf zurück, während sie keuchend einen Balken der Hürde tragt. „Oh, nein, schon OK“, sagt Mandy, die scheinbar Amanda’s Ironie nicht gecheckt hat. Mandy ist mir nicht ganz sympathisch. Ich kenne sie zwar nicht so gut, aber ihr Blick den sie zu mir geworfen hat, gefällt mir gar nicht! „So,“ ,beginnt Michael meine Gedanken zu unterbrechen. „Ich denke mal, diese Hürden reichen mal. Oder was denkst du, Amanda?“ „Ja, ich denke dass wir für das erste Mal noch nicht so viel Hürden aufstellen müssten, damit Sancho und Meli sich daran gewöhnen können.“, kommentiert Amanda Michael’s Frage. So wird zuerst Sancho mit Mandy bereitgemacht. Puuh, bin ich froh, dass ich nicht als erste drankommen muss. Ich bin noch ganz aufgeregt von den Riegeln, und ausserdem ist es immer gut zu wissen, wie gut der andere Kandidat ist. Sancho ist seine Nervosität anzumerken. Mandy dagegen kaut gelangweilt ihre Fingernägel, und wartet bis Michael das Startzeichen gibt.  Als Michael endlich mit „Achtung… Fertig…“ beginnt, scheint Sancho’s  Versorgerin etwas aufgeregt zu wirken. Bei „Los“ stürmen die zwei dann sofort los. Mannomann, Sancho kann nicht gerade elegant traben… Eher schnell, aber trotzdem etwas schludrig.  Also, ich denke jedenfalls, dass ich das besser kann, und  das ist eine wertvolle Beruhigung, müsst ihr wissen. Ich könnte wetten, dass mein Herz bestimmt nur noch halb so schnell pocht, wie vorher.  Wow, Sancho sieht noch echt unsicher auf den Hufen aus. Vielleicht hätte er besser nochmals Galoppieren geübt, oder was meint ihr? Doch schon sind Mandy und ihr Pferd im Ziel angekommen. Oh, vielleicht habe ich die beiden doch ein wenig überschätzt-so schnell wie die im Ziel angekommen sind! Doch ich habe gar keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, da Amanda und ich jetzt an der Reihe sind.  Lindy ist auch noch zu uns hingeflogen, und setzt sich auf ein Holzpflock, neben Michael. Amanda tätschelt mich am Hals, und flüstert: „Sei nicht aufgeregt, Melissa. Du kannst das bestimmt Prima! Das wird doch ein Klacks für dich, oder?“  Hach, Amanda ist einfach super! Sobald Michael „LOS!“ ruft, sprinte ich auch schon zu der ersten Hürde, sowohl schnell, als auch elegant und korrekt, finde ich.  Doch, als ich die Hürde nochmals vor mir sehe, finde ich die Höhe schon etwas zu hoch… Soll ich da wirklich rüberspringen? „Komm schon, Meli! Es ist doch nur eine Probe, damit Michael uns etwa einschätzen kann. Danach können wir völlig für uns alleine üben. Los, du schaffst das!“, ruft Amanda auf meinem Rücken. Kurz bevor ich zu der Hürde ankomme, schiele ich herüber zu den „Zuschauern“ : Lindy hat sich inzwischen auf einen Baumstumpf neben Michael gesetzt, Sancho schaut mich hämisch grinsend an,  und Mandy tippt gelangweilt auf ihrem Touchscreen-Handy herum. Doch kurz vor der Hürde hole ich nochmals extra Anlauf, und springe so Hoch ich kann. Wow, soviel hätte ich mir eigentlich gar nicht zugetraut! Ich springe so hoch, dass sogar Mandy erstaunt aufschaut.  Da die erste Hürde von mir erfolgreich absolviert wurde, ist der Rest für mich ein Klacks.  Amanda flüstert mir bewundernd zu: „Wahnsinn, Melissa, du bist ja echt ein unentdecktes Talent!“ Ich bin mir sicher: Hätte ich an mir einen Dynamo befestigt, würde ich vielleicht einem ganzen Hochhaus Licht spenden! Während ich (Nachdem ich an der Ziellinie angekommen bin“ zu Sancho schaue, sehe ich genau, dass ihm vor Erstaunen fast die Schnauze aufklappt.  Ich bin wirklich stolz auf mich!

6. Kapitel

Nachdem ich am Abend wieder glücklich Nachtessen gegessen habe,  kommt Sancho wieder grossspurig. Och Mann, der Typ hat mir gerade noch gefehlt! Na? Fühlst du dich etwa gut? Pah, dass was DU heute geleistet hast, kann ICH schon lange! Denk bloss nicht, du bist jetzt ne‘ grosse Nummer und so!“, und weg ist er. Ach Gottchen, von wem hat er wohl diese Nicht-gönnerheit? Das ist echt das letzte! Ich weiss ja genau, dass er (Genau wie ich) erstaunt über mein Können ist! Kurz bevor ich in meine Box zum schlafen gehe, kommt wieder Amanda. Sie kann echt oft kommen, denn sie wohnt ganz in der Nähe von meinem Pferdestall. „Gute Nacht, Melissa. Das hast du Heute echt toll gemacht! Morgen können wir dann für uns alleine trainieren!“, und dann geht sie wieder, nachdem sie mir ein Zuckerstückchen gegeben hat. Am nächsten Morgen (Nach meinem Frühstück),  trabe ich (ein bisschen wichtig – ich geb’s ja zu) zu dem Trainingsfeld. Dieses Mal ist Amanda hier, und redet fleissig mit Michael. Lindy kommt mir auch noch hinterhergetrippelt. Ok, beginnen wir gleich, Meli. Ich muss nachher noch zum Französischkurs gehen – da darf ich nicht fehlen: Heute kommen die Adjektive dran.“ Uiii, wie kann sie sich nur sowas antun? Ok, ich selbst mag eigentlich Französisch, aber doch nicht in der Freizeit! Naja, ist immernoch ihre Entscheidung. Nach dem Training (Ich war wieder so sagenhaft wie immer) , musste Amanda dann aber los. Ich hatte noch genügend Zeit bis zum Abendessen, und legte mich schlafen. Ich träumte perfekt von mir in Kentucky am gewinnen. Ach, der Duft des Sieges kann ja so süss sein! Plötzlich wurde ich von einer rücksichtslosen, gemeinen, hinterhältigen Kreatur aufgeweckt – Sancho. Er kam fröhlich wiehernd in den Gang, und rief mir zu; „Na, du kleines Schlafmützchen? Ich war gleich nach dir im Training, und rate mal, wer den ganzen Parcour in nur 43 Sekunden geschafft hat – ich natürlich! Von jetzt an bin ich der King des Springens!“, und er machte dazu eine blöde Geste. Aber irgendwie ist das schon unglaublich – 43 Sekunden? Ich selbst hatte in meiner Bestzeit ganze 54 Sekunden gebraucht… War Sancho am Ende vielleicht doch besser als ich? Ach Quatsch! Kann doch nicht sein – Sancho ist und bleibt eben ein Angeber. Trotzdem werde ich den Typ mal zuschauen beim Training – sicher ist Sicher. Am nächsten Morgen war Amanda leider Krank. „Sie hat die Grippe erwischt“, wusste Michael. Naja, auch nicht ganz so schlecht, so habe ich genug Zeit, Sancho zu beobachten. Auf der Koppel angekommen, wartet er auch schon mit Mandy dort, bis Michael den passenden Sattel geholt hat. Nach einer Weile hüpft er dämlich. „Um mich warm zu halten“, ruft er mir spöttisch zu. Pah, kann er von mir aus so viel hüpfen wie er will – er ist und bleibt kalt. Besonders im Herz. Dann beginnt auch schon der Startschuss. Sancho war vorhin ziemlich  überzeugt, dass er total gut ist. Das beunruhigt mich etwas… Ich schaue zu den beiden hin – et Voilà: Sancho springt so leicht wie eine Feder über die Hürden. Von hier aus, sieht das alles so einfach aus… Aber wieso ist Sancho plötzlich so gut? Er war am ersten Training höchstens so gut wie ein Baum beim Schachspielen. Als der Durchgang fertig ist, muss ich echt staunen: Sancho benötigte nur 38 Sekunden, für den GANZEN durchlauf!! Wie hat er das nur gemacht? Später in meinem Stall überlege ich gründlich was da hinterm Busch ist. Sein Grinsen vor dem Lauf war schon verdächtig… Andererseits hatte er aber keine Hilfsmittel… Ich bin echt ratlos. Naja, bevor ich dieses Geheimnis lüfte, muss ich erst mal besser werden als er. Dann ist er vielleicht am Boden zerstört, benutzt noch mehr Hilfsmittel, bis sie auffallen, und ich ihn aufdecken kann… Oder Nein, vielleicht wäre es besser, wenn ich während seinem Training seine Box durchsuche… Ach nee, Quatsch, das wäre aber doof! Es wäre doch viel klüger, wenn ich nach dem Training… Keine Idee ist so richtig berauschend. Doch als ich die ganze Nacht lang weitergrübelte, kam mir die perfekte Idee, um Sancho’s Taten aufzudecken…!

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